Picassos Friseur. Die Geschichte einer Freundschaft

gemeinsam mit Melissa Müller, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2001, (TB, 2002, Hörbuch 2002, Übersetzungen: franz, span, koreanisch).

"Das Museum in Buitrago und dieses Buch sind mein Vermächtnis an meine Heimat und an Pablo Picasso, der (...) sich lebenslang in den Dienst der Kunst und der Kultur stellte, für den Frieden kämpfte, als Spanier lebte und starb und dessen Körper im Grab von den Falten einer 'capa española' umhüllt ist."

Das rührend-patriotische Schlusswort des spanischen Friseurs Eugénio Arias zeugt von großer Dankbarkeit dem Manne gegenüber, dem er 26 Jahre lang die Haare schnitt und zu dessen engstem Vertrauten er im Laufe dieser Zeit wurde. 1945 waren sich die beiden Männer zum ersten Mal im französischen Exil begegnet. Picassos Widerstand gegen Franco und Hitler -- insbesondere die Tatsache, dass er, anders als die Malerkollegen Mondrian, Leger und Chagall, im besetzten Paris geblieben war, hatte den weltberühmten Schöpfer von Guernica nach Kriegsende zur Symbolfigur der wieder erlangten Freiheit werden lassen. Über Arias hingegen berichteten keine Zeitungen, ihm setzte man kein Denkmal. Was jedoch der Spanier seit Ausbruch des Bürgerkrieges 1936 erlebt und erlitten hatte, machte ihn zu einem Alltagshelden, anonym aber authentisch.

1947 trafen beide in Vallauris, einer kleinen Keramikstadt unweit von Antibes, erneut aufeinander. Als Picasso im "Salon Arias" auftauchte, ahnte der Figaro nicht, welche Überwindung es den berühmten Maler kostete, sich die Haare schneiden zu lassen. Picasso war besessen von dem Aberglauben, Haare und Nägel seien von seiner Schöpferkraft durchflutet. Trotz dieser Marotten begann eine langjährige Freundschaft. Beide Männer hingen einer idealistischen Vorstellung des Kommunismus nach, träumten nächtelang von einer friedliebenden Weltgemeinschaft -- und von ihrer Liebe zum Stierkampf.

Arias, der es stets ablehnte, Geld für seine Dienste zu nehmen, wurde dennoch reich entlohnt. Unzählige Zeichnungen, bemalte Rasierteller und Holzschatullen, die Picasso eigens für seinen Freund anfertigte, sind heute im Rathaus von Buitrago zu besichtigen, der Heimatstadt des Friseurs von Picasso.


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